18 Apr 2006

Zwischen Innovation und alltäglichem Kleinkrieg

"Sie gelten als die Vorreiter einer modernen Arbeitskultur: selbstbestimmt, hochmotiviert, qualifiziert. Doch jetzt zeichnen Sozialforscher über die Beschäftigten in der IT-Branche ein ganz anderes Bild. Die MitarbeiterInnen in den untersuchten Softwarefirmen litten bis zu viermal häufiger unter psychosomatischen Beschwerden als die Durchschnittsbeschäftigten, ergab eine neue Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen."
(Quelle: http://www.taz.de/pt/2006/04/18/a0047.1/text)

Download der Studie

Weitere Links:
IT: Branche mit ungesunden Traumjobs


1 comment:

4dem.de/biss-der-woche/ said...

Es gibt kaum eine Behauptung, die sich nicht durch ein Gefälligkeits-Gutachten oder durch eine finanziell gefördert Studie belegen läßt.

1. Ein Freund von mir war Systembetreuer in einem Großrechenzentrum und saß in den Achtziger Jahre vor strahlenden Monitoren, die heute nur in Museen steht oder auf die Entsorgung warten. Die irreparablen gesundheitlichen Schäden existieren offiziell nicht, entsprechende Forschungen werden behindert.

2. Maschinell diktierte und software-technisch sinnvoll Schnittstellen erweisen sich im Team als Motivationskiller und Streßfaktoren. Nur wer stundenlang und wochenlang an einem Computerproblem gearbeitet hat, kann überhaupt nachfühlen, was hier abgeht. Diese Probleme können aber den Kunden nicht berechnet werden, weil sie offiziell nicht existieren.

Ich habe daher die Konsequenzen gezogen und bin 1995 ausgestiegen. Ich war ausgebrannt.

Manchmal frage ich mich, was bequemer UND reizvoller für mich ist: Ein geregeltes und fremdbestimmtes Bürokraten-Dasein in einem Konzern mit festem Einkommen oder eine selbst geregelte und selbstbestimmte freiberufliche und selbständige Beschäftigung bei unregelmäßigem Einkommen.

Ohne Zweifel bin ich jetzt stärker gefordert und spüre Zwänge unmittelbarer bei gleichzeitig höherer Verantwortung für mich, die Gesellschaft und die Umwelt. Statt mit 65 zum Ruhestand gezwungen zu sein, bin ich frei, bis an mein Lebensende kreativ zu denken und zu handeln, um "an der Bewältigung der Probleme zu arbeiten, die uns und damit unsere natürliche Umwelt bedrohen".

Sie sehen, Ihr Zitat löst eine erhebliche Menge an Gedankenverbindungen bei mir aus.

Hans Kolpak
Biß der Woche